Leistungsspektrum
Forschung
Die Schwerpunkte meiner Forschungsarbeit liegen in den Bereichen Informatisierung von Arbeit, Technik und Arbeit sowie Kompetenzentwicklung und Organisationsgestaltung – das aber aus der Perspektive des arbeitenden Menschen, seines Arbeitshandelns, seines Arbeitsalltags. Meine zentrale Perspektive ist dabei das menschliche Arbeitsvermögen (mehr zum Thema Arbeitsvermögen…)Empirisch forsche ich u.a. in den Feldern ERP-Systeme, OpenSource, Agentenbasierte Systeme, Automotive, eService, Gute Arbeit – gute Technik, Montage.
Neben einer stark (gesellschafts-)theoretisch-konzeptuellen Orientierung meiner Arbeit, verbinde ich meine Forschungsarbeiten mit praxisorientierten Umsetzungs- und Beratungsaktivitäten. Im Fokus stehen dabei einerseits neue Kompetenzanforderungen und die Gestaltung lernförderlicher Arbeitsorganisation und andererseits die Entwicklung von Kriterien für eine nutzungs- und arbeitsorientierte Technikgestaltung sowie partizipative und erfahrungsbasierte Methoden der Technikgenese.
Im Rahmen von Forschungsprojekten arbeite ich seit Jahren mit unterschiedlichsten Unternehmen verschiedener Branchen zusammen, bspw. in der Prozesschemie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektro- und Antriebstechnik sowie in der Software-Entwicklung, im Bereich Automotive und der Montage.
Ein Praxisbeispiel zu Montage sehen Sie unter
www.montage-erfahrung.de/kompass.htm
Empirie
Herzstück jeder soziologischen Arbeit ist eine umfassende Analyse. Je nach Fragestellung und Einsatzgebiet kommen dabei unterschiedlichste Methoden zum Einsatz. Wichtige Elemente einer sozialwissenschaftlichen Arbeitsanalyse sind bspw. die Erfassung qualitativer Aspekte des Arbeitsvermögens sowie der strukturellen (technischen und organistorischen) Gegebenheiten. Zum Methodenspektrum zählen auch Experteninterviews, (erwerbs-)biografische Interviews und quantitative (Online-)Befragungen sowie arbeits- und industriesoziologische Betriebsfallstudien und Evaluierungen (z.B. im Rahmen von Technik-, Organisations- und Kompetenzentwicklung).Einige wichtige Prinzipien meiner empirischen Forschung lassen sich so zusammenfassen:
Subjekt als Experte
Der Einzelne ist der beste Experte für die eigene Arbeitssituation. Er ist damit Ausgangspunkt und erste Instanz unserer Forschung. Das gilt umso mehr je komplexer und qualifizierter die Arbeitsanforderungen sind.Lernen von der Realität
Die Erfassung der Realität zeigt uns Defizite und Schwachpunkte, aber immer auch faktisch erfolgreiche Lösungsansätze. Diese können situativer, informeller, organisationaler und/oder individueller Art sein. Und sie tragen den Keim für modellhafte Lösungsansätze in sich.Konflikte anerkennen
Die Arbeitswelt ist nicht ein Hort von Harmonie, sondern geprägt von Konkurrenz und Interessengegensätzen. Unsere Forschung leugnet diese Tatsache nicht, sondern bezieht sie explizit in das Forschungsdesign mit ein. Nur so können generalisierende Aussagen getroffen werden, die die Realität einfangen. Und nur so können umsetzbare Lösungsansätze entwickelt werden.Multiperspektivenansatz
Je komplexer ein Arbeitsumfeld, desto wichtiger ist es, unterschiedlichste und wechselseitige Perspektiven einzufangen. Nur in der Zusammenschau der Sichtweisen vieler Akteure entsteht ein adäquates Gesamtbild. Unsere Forschung setzt gezielt auf die Identifizierung der relevanten Akteure. Und: was das je Relevante ist, bestimmt die Forschungsfrage bzw. das Ziel des Forschungsvorhabens.Offenheit der Forschung
Die Welt ist anders, als wir sie haben wollen. Unsere Forschung geht offen und weitgehend ohne verzerrende Vorannahmen an die Empirie heran. Es geht nicht darum, welche Ergebnisse wir uns wünschen, sondern welche Ergebnisse uns die Realität der Empirie „erzählt“.Fundierung der Forschung
Unsere offene Forschungsperspektive ist gleichzeitig gesättigt durch empirische Erfahrung aus anderen und ähnlichen Forschungsbereichen und begleitet von theoretischen Konzepten. Und sie basiert auf einer tiefgehenden Beschäftigung mit dem Feld: Seinen Bedingungen, seiner Spezifik, seinem Vokabular, seinen charakteristischen Akteurgruppen.Work Based Usability
Durchführung qualitativer Assessments von entwickelten Systemen (auch im Prototypen- oder Mock-up-Stadium) nach den Kriterien der “work based usability” um frühzeitig Impulse für den Designprozess aus einer ganzheitlich-arbeitsorganisatorischen Sicht ableiten zu können. Grundlage ein eigenes, theoretisch fundiertes Analysekonzept, das eine differnezierte Erhebung der Auswirkungen von Informatisierung auf der Ebene der Arbeitsorganisation, des Arbeitsvermögens und der Arbeitskraft ermöglicht.Der Ansatz der “work based usability” nimmt nicht nur die Interaktion zwischen Mensch und einzelnem technischen System in den Fokus, sondern betrachtet die Anforderungen und Auswirkungen neuer Technologien ganzheitlich als ein System von Organisation, verschiedenen inner- und außerorganisationalen Akteuren, den Mitteln und Gegenständen der Arbeit und schließlich den technischen Artefakten. In Blick genommen werden auch Dimensionen, die sich einer Objektivierung und Formalisierung entziehen, wie Erfahrungswissen und subjektivierendes Arbeitshandeln. Ziel ist dabei nicht nur die Generierung von Kriterien zur Gestaltung von technischen Systemen, sondern auch ein Gestaltungsprozess durch die Nutzenden selbst.
Wie das in einem konkreten Projekt aussehen kann sehen Sie z.B. bei dem von mir betreuten Gestaltungsfeldes Informatisierung des Projektes Integrunt
www.integrunt.de/informatisierung
Umsetzung und Beratung
Soziologie muss nicht Wissenschaft im Elfenbeinturm sein. Sie mischt sich ein: durch Kritik und Analyse, durch Empfehlungen für die (Arbeits-)Politik, durch eine eigenständige Stimme im öffentlichen Diskurs und: durch konkrete partizipative Ansätze der Gestaltung.Dazu gehört die Entwicklung von praxistauglicher Instrumenten und Methoden der Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung. Dazu gehören Gestaltungsempfehlungen für die Konzipierung und den Einsatz (IT-)technischer Systeme nach Kriterien der Erfahrungsförderlichkeit und Humanisierung.
Beratung heißt dabei nicht, immer wieder die gleichen Rezepte anwenden, sondern mit den Mitarbeitern gemeinsam Neues entwickeln und im wahrsten Sinne des Wortes Neuland zu betreten. Wie das aussehen kann, können Sie ebenfalls nachlesen unter
www.integrunt.de/informatisierung